YouTube nutzt alle Analytics, die sie durch die Art der Nutzung von jedem Nutzer erhalten, um Werbung optimal schalten zu können. Im “YouTube Algorithmus”, was ein ziemlich großes Mysterium ist, werden Creator belohnt, bei denen YouTube mehr Werbung schalten kann — ein logischer Schachzug, denn sie sind immerhin ein gewinnorientiertes Unternehmen. Aber warum ist denn dann die Watchtime (auf deutsch “Wiedergabezeit”) so wichtig?

Fangen wir doch mal ein wenig grundlegender an….

Watchtime ist die Zeit, die ein Nutzer damit verbringt, ein Video zu schauen. Desto länger er es schaut, desto besser ist es für den YouTuber (er wird im Algorithmus besser gerankt), denn desto mehr Zeit besitzt Google bzw. YouTube, in diesem Video Werbung zu schalten. Sie wird auf der einen Seite prozentual bestimmt (schaut ein Nutzer ein 10 Minuten Video ganze fünf Minuten lang, so rechnet YouTube das mit einer 50% Wiedergabezeit) und auf der anderen Seite durch die exakte Zahl (Beispiel: Ein Nutzer schaut ein Video drei Minuten und vier Sekunden an). Das machen sie, damit Videos, die extrem kurz sind nicht im Algorithmus direkt explodieren, denn wer schafft es, ein drei Sekunden langes Video direkt wieder wegzuklicken?

YouTube hat bei mehr Wiedergabezeit mehr Möglichkeiten, um verschiedenste Arten der programmatisch geschalteten AdSense-Werbung vielfältig auszuspielen. Außerdem wird bei einer höheren Watchtime das Video auch in größerer Anzahl in den Empfehlungen an der Seite (Videoempfehlungen), auf der YouTube-Startseite und an weiteren Stellen angezeigt — denn wenn YouTube feststellt “Oh, ein Video wurde lange geschaut”, dann muss es wohl auch spannend oder zumindest interessant sein und wird somit weiteren Zuschauern angezeigt.

Wie sollte man als Creator denn nun die Wiedergabezeit optimieren?

Darauf haben wir zwei Antworten. Die Erste wäre, ein so interessantes oder oft gewünschtes Video zu produzieren, dass die Zuschauer hoffen, dass es noch nicht vorbei ist und ganz bis zum Ende schauen wollen — es besteht gar nicht der Reiz, abschalten zu wollen.

Die Zweite wäre, durch verschiedene mündliche Aufrufe im Video selbst die Zuschauer davon zu überzeugen, dass das gesamte Video interessant ist. Das kann z. B. durch Rufe wie “Bleibt unbedingt bis zum Ende dran, da gibt es noch …” oder auf lange Sicht hin mit regelmäßigen Outtakes oder lustigen Ausschnitten, die noch eingeblendet werden, wenn das Video eigentlich schon vorbei ist (das sieht man oft in Vlogs, wo am Ende noch eine Szene mit Timecode eingeblendet wird).

Abschließend kann man also sagen: Google optimiert den Algorithmus immer zu ihrem Vorteil. Wenn mehr Werbung geschaltet werden kann, weil die Zuschauer länger dabei sind (= höhere Watchtime) dann belohnt Google das im Algorithmus, schlägt es weiteren Nutzern vor und es schauen noch mehr Leute die Werbung. Das ist allerdings genauso ziemlich gut für den Creator, da er an jeder geschalteten Werbung auch einen Prozentsatz von 55% erhält.


Nutzt du Watchtime schon zu deinem Vorteil? Welche Themen würdest du gerne als nächstes hören?